Gründen einer Kolonie
Hat man eine einzelne Königin gefunden oder gekauft, beginnt die empfindlichste Phase der Ameisenhaltung:
Die Gründung.
Als Gründung bezeichnet man die Zeit, in der eine Gyne ihre erste Brut aufzieht, bis schließlich die ersten Arbeiterinnen schlüpfen.
Erst ab diesem Punkt kann man von einer erfolgreich gegründeten Kolonie sprechen.
In dieser Phase braucht die Königin vor allem passende Bedingungen, Sicherheit und Ruhe.
Ein großes Formicarium ist hier noch nicht nötig.
Im Gegenteil:
Für eine einzelne Gyne ist ein kleines, übersichtliches Setup meist deutlich besser.
Vor dem Start
Bevor die Königin eingerichtet wird, sollte klar sein, um welche Art es sich handelt.
Davon hängt ab, welche Gründungsweise vorliegt und welche Bedingungen benötigt werden.
Wichtige Fragen sind:
- Welche Ameisenart ist es?
- Gründet die Art claustral oder semiclaustral?
- Benötigt die Art eine Winterruhe?
- Welche Temperatur und Feuchtigkeit werden benötigt?
- Ist die Art rechtlich unproblematisch?
Wenn die Art nicht sicher bestimmt werden kann, sollte man besonders vorsichtig sein.
Das gilt vor allem bei selbst gesammelten Königinnen.
Weitere Informationen dazu findest du in den Bereichen:
Das Startsetup
Für eine einzelne Königin ist ein kleines, gut kontrollierbares Setup meist die beste Wahl.
Bewährt hat sich für viele Arten ein einfaches Reagenzglasnest mit Wasserreservoir.
Es bietet auf kleinem Raum Feuchtigkeit, Sicherheit und eine geschützte Nistkammer.
Die Anleitung für ein Reagenzglasnest gibt es hier:
Wichtig ist, dass die Königin nicht unnötig viel Raum hat.
Eine kleine, geschützte Kammer entspricht eher dem, was viele Arten auch in der Natur zur Gründung nutzen würden.
Claustral gründende Arten
Viele bekannte Einsteigerarten gründen claustral.
Bei dieser Gründungsform zieht die Königin ihre ersten Arbeiterinnen aus ihren eigenen Reserven auf.
Sie verlässt ihre Gründungskammer nicht und benötigt bis zum Schlupf der ersten Arbeiterinnen in der Regel kein Futter.
Das Reagenzglasnest muss abgedunkelt und ruhig gelagert werden.
Da es verschlossen bleibt in in dieser Phase keine Arena notwendig.
Die Königin legt Eier und versorgt Larven und Puppen, bis schließlich die ersten Arbeiterinnen schlüpfen.
Die Dauer dieser Phase hängt stark von Art, Temperatur und Zustand der Königin ab.
Je nach Art können mehrere Wochen bis einige Monate vergehen.
Sobald die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, ist die Gründung erfolgreich abgeschlossen.
Danach beginnt die Versorgung der jungen Kolonie mit Zucker, Wasser und kleinen Proteinmengen in einer Arena.
Semiclaustral gründende Arten
Semiclaustral gründende Arten unterscheiden sich in der Praxis deutlich von claustralen Arten.
Die Königin besitzt nicht genügend Reserven, um die erste Brut vollständig ohne zusätzliche Nahrung aufzuziehen.
Sie muss daher während der Gründung Nahrung aufnehmen können.
Für solche Arten eignet sich ein kleines Setup mit einer sehr kleinen Futterarena oder einem direkt erreichbaren Futterbereich.
Dort hinein wird das geöffnete und abgedunkelte Reagenzglasnest gelegt.
Dort können winzige Mengen Futter angeboten werden:
Zucker oder Honigwasser als Energiequelle und kleine Proteinmengen für die Brut.
Die Futtermenge sollte sehr klein gehalten werden.
In der Anfangsphase reicht oft ein winziger Tropfen oder ein sehr kleines Stück Futtertier.
Nicht angenommene Futterreste sollten zeitnah entfernt werden, damit keine unnötigen Probleme durch Schimmel oder Milben entstehen.
Semiclaustrale Gründungen sind dadurch etwas anspruchsvoller, aber auch sehr interessant zu beobachten.
Parasitär gründende Arten
Die parasitäre Gründung ist deutlich anspruchsvoller als claustrale oder semiclaustrale Gründung und schlägt in der Haltung nicht selten fehl.
Bei dieser Gründungsform ist die Gyne auf eine passende Wirtsart angewiesen.
Ohne Arbeiterinnen oder Puppen der Wirtsart kann sie ihre erste Brut meist nicht erfolgreich aufziehen.
In der Haltung gibt es verschiedene Wege, eine parasitäre Gründung durchzuführen.
Generell wird dies in einem Behälter durchgeführt, welcher der Gyne genug Ausweichsmöglichkeiten gibt.
Die Erfolgschance kann deutlich erhöht werden, indem man die Wirtsameisen herunterkühlt.
Dadurch sind sie weniger aggressiv und weniger wehrhaft.
Gründung mit einer kleinen Wirtskolonie
Eine Möglichkeit besteht darin, der parasitär gründenden Gyne eine kleine passende Wirtskolonie anzubieten.
Die Gyne wird zur Wirtskolonie gesetzt und es wird versucht, den natürlichen Ablauf nachzuahmen.
Mit etwas Glück gelingt es ihr, in die Kolonie einzudringen, akzeptiert zu werden und die ursprüngliche Königin zu ersetzen.
Diese Methode ist vergleichsweise nah am natürlichen Vorgang, hat aber einen deutlichen Nachteil:
Eine intakte Wirtskolonie wird dabei bewusst einem hohen Risiko ausgesetzt oder letztlich geopfert.
Gründung mit Wirtsarbeiterinnen und Puppen
Eine schonendere und in der Haltung häufig besser kontrollierbare Möglichkeit ist der Einsatz einzelner Wirtsarbeiterinnen und Puppen.
Dazu werden wenige Arbeiterinnen und einige Puppen der passenden Wirtsart zur Gyne gegeben.
Die Gyne kann so versuchen, den Geruch der Wirtsarbeiterinnen anzunehmen und langsam in das soziale Umfeld der Wirtsart überzugehen.
Schlüpfen später Arbeiterinnen aus den Puppen, nehmen diese häufig den Geruch der Gyne und der kleinen Gruppe an und akzeptieren sie deutlich leichter.
Gründung mit einer weisellosen Wirtskolonie
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung einer passenden weisellosen Wirtskolonie.
Wird eine parasitär gründende Gyne von einer solchen Kolonie angenommen, kann dies für beide Seiten die bessere Lösung sein:
Die Gyne erhält die nötigen Arbeiterinnen zur Gründung, während die Wirtsarbeiterinnen wieder eine fortpflanzungsfähige Königin erhalten.
Diese Möglichkeit bietet sich allerdings nur an, wenn tatsächlich eine passende weisellose Kolonie vorhanden ist.
Oft eine zweite Chance, falls in einer selbst gehaltenen Kolonie die Gyne verstirbt.
Ruhe und Kontrolle
Während der Gründung ist Ruhe einer der wichtigsten Faktoren.
Viele Königinnen reagieren empfindlich auf dauerhafte Störungen, Licht, Erschütterungen oder ständiges Öffnen des Setups.
Das bedeutet nicht, dass man nie kontrollieren darf.
Man sollte aber nur kurz und selten nachsehen.
Eine Abdunklung durch rote Folie oder eine Abdeckung hilft dabei, der Gyne eine geschützte Umgebung zu bieten.
Rote Folie kann praktisch sein, ersetzt aber nicht immer vollständige Dunkelheit.
Ameisen können rotes Licht nicht wahrnehmen, aber diese Folien sind nicht immer absolut farbecht.
Viele Halter nutzen daher zusätzlich eine lichtundurchlässige Abdeckung.
Hat man eine einzelne Königin gefunden oder gekauft, beginnt die empfindlichste Phase der Ameisenhaltung: Die Gründung.
Als Gründung bezeichnet man die Zeit, in der eine Gyne ihre erste Brut aufzieht, bis schließlich die ersten Arbeiterinnen schlüpfen. Erst ab diesem Punkt kann man von einer erfolgreich gegründeten Kolonie sprechen.
In dieser Phase braucht die Königin vor allem passende Bedingungen, Sicherheit und Ruhe. Ein großes Formicarium ist hier noch nicht nötig. Im Gegenteil: Für eine einzelne Gyne ist ein kleines, übersichtliches Setup meist deutlich besser.
Vor dem Start
Bevor die Königin eingerichtet wird, sollte klar sein, um welche Art es sich handelt. Davon hängt ab, welche Gründungsweise vorliegt und welche Bedingungen benötigt werden.
Wichtige Fragen sind:
- Welche Ameisenart ist es?
- Gründet die Art claustral oder semiclaustral?
- Benötigt die Art eine Winterruhe?
- Welche Temperatur und Feuchtigkeit werden benötigt?
- Ist die Art rechtlich unproblematisch?
Wenn die Art nicht sicher bestimmt werden kann, sollte man besonders vorsichtig sein. Das gilt vor allem bei selbst gesammelten Königinnen.
Weitere Informationen dazu findest du in den Bereichen:
Das Startsetup
Für eine einzelne Königin ist ein kleines, gut kontrollierbares Setup meist die beste Wahl. Bewährt hat sich für viele Arten ein einfaches Reagenzglasnest mit Wasserreservoir. Es bietet auf kleinem Raum Feuchtigkeit, Sicherheit und eine geschützte Nistkammer.
Die Anleitung für ein Reagenzglasnest gibt es hier:
Wichtig ist, dass die Königin nicht unnötig viel Raum hat. Eine kleine, geschützte Kammer entspricht eher dem, was viele Arten auch in der Natur zur Gründung nutzen würden.
Claustral gründende Arten
Viele bekannte Einsteigerarten gründen claustral. Bei dieser Gründungsform zieht die Königin ihre ersten Arbeiterinnen aus ihren eigenen Reserven auf. Sie verlässt ihre Gründungskammer nicht und benötigt bis zum Schlupf der ersten Arbeiterinnen in der Regel kein Futter.
Das Reagenzglasnest muss abgedunkelt und ruhig gelagert werden. Da es verschlossen bleibt in in dieser Phase keine Arena notwendig.
Die Königin legt Eier und versorgt Larven und Puppen, bis schließlich die ersten Arbeiterinnen schlüpfen. Die Dauer dieser Phase hängt stark von Art, Temperatur und Zustand der Königin ab. Je nach Art können mehrere Wochen bis einige Monate vergehen.
Sobald die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, ist die Gründung erfolgreich abgeschlossen. Danach beginnt die Versorgung der jungen Kolonie mit Zucker, Wasser und kleinen Proteinmengen in einer Arena.
Semiclaustral gründende Arten
Semiclaustral gründende Arten unterscheiden sich in der Praxis deutlich von claustralen Arten. Die Königin besitzt nicht genügend Reserven, um die erste Brut vollständig ohne zusätzliche Nahrung aufzuziehen. Sie muss daher während der Gründung Nahrung aufnehmen können.
Für solche Arten eignet sich ein kleines Setup mit einer sehr kleinen Futterarena oder einem direkt erreichbaren Futterbereich. Dort hinein wird das geöffnete und abgedunkelte Reagenzglasnest gelegt.
Dort können winzige Mengen Futter angeboten werden: Zucker oder Honigwasser als Energiequelle und kleine Proteinmengen für die Brut.
Die Futtermenge sollte sehr klein gehalten werden. In der Anfangsphase reicht oft ein winziger Tropfen oder ein sehr kleines Stück Futtertier. Nicht angenommene Futterreste sollten zeitnah entfernt werden, damit keine unnötigen Probleme durch Schimmel oder Milben entstehen.
Semiclaustrale Gründungen sind dadurch etwas anspruchsvoller, aber auch sehr interessant zu beobachten.
Parasitär gründende Arten
Die parasitäre Gründung ist deutlich anspruchsvoller als claustrale oder semiclaustrale Gründung und schlägt in der Haltung nicht selten fehl.
Bei dieser Gründungsform ist die Gyne auf eine passende Wirtsart angewiesen. Ohne Arbeiterinnen oder Puppen der Wirtsart kann sie ihre erste Brut meist nicht erfolgreich aufziehen.
In der Haltung gibt es verschiedene Wege, eine parasitäre Gründung durchzuführen. Generell wird dies in einem Behälter durchgeführt, welcher der Gyne genug Ausweichsmöglichkeiten gibt.
Die Erfolgschance kann deutlich erhöht werden, indem man die Wirtsameisen herunterkühlt. Dadurch sind sie weniger aggressiv und weniger wehrhaft.
Gründung mit einer kleinen Wirtskolonie
Eine Möglichkeit besteht darin, der parasitär gründenden Gyne eine kleine passende Wirtskolonie anzubieten.
Die Gyne wird zur Wirtskolonie gesetzt und es wird versucht, den natürlichen Ablauf nachzuahmen. Mit etwas Glück gelingt es ihr, in die Kolonie einzudringen, akzeptiert zu werden und die ursprüngliche Königin zu ersetzen.
Diese Methode ist vergleichsweise nah am natürlichen Vorgang, hat aber einen deutlichen Nachteil: Eine intakte Wirtskolonie wird dabei bewusst einem hohen Risiko ausgesetzt oder letztlich geopfert.
Gründung mit Wirtsarbeiterinnen und Puppen
Eine schonendere und in der Haltung häufig besser kontrollierbare Möglichkeit ist der Einsatz einzelner Wirtsarbeiterinnen und Puppen.
Dazu werden wenige Arbeiterinnen und einige Puppen der passenden Wirtsart zur Gyne gegeben. Die Gyne kann so versuchen, den Geruch der Wirtsarbeiterinnen anzunehmen und langsam in das soziale Umfeld der Wirtsart überzugehen.
Schlüpfen später Arbeiterinnen aus den Puppen, nehmen diese häufig den Geruch der Gyne und der kleinen Gruppe an und akzeptieren sie deutlich leichter.
Gründung mit einer weisellosen Wirtskolonie
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung einer passenden weisellosen Wirtskolonie.
Wird eine parasitär gründende Gyne von einer solchen Kolonie angenommen, kann dies für beide Seiten die bessere Lösung sein: Die Gyne erhält die nötigen Arbeiterinnen zur Gründung, während die Wirtsarbeiterinnen wieder eine fortpflanzungsfähige Königin erhalten.
Diese Möglichkeit bietet sich allerdings nur an, wenn tatsächlich eine passende weisellose Kolonie vorhanden ist. Oft eine zweite Chance, falls in einer selbst gehaltenen Kolonie die Gyne verstirbt.
Ruhe und Kontrolle
Während der Gründung ist Ruhe einer der wichtigsten Faktoren. Viele Königinnen reagieren empfindlich auf dauerhafte Störungen, Licht, Erschütterungen oder ständiges Öffnen des Setups.
Das bedeutet nicht, dass man nie kontrollieren darf. Man sollte aber nur kurz und selten nachsehen.
Eine Abdunklung durch rote Folie oder eine Abdeckung hilft dabei, der Gyne eine geschützte Umgebung zu bieten. Rote Folie kann praktisch sein, ersetzt aber nicht immer vollständige Dunkelheit. Ameisen können rotes Licht nicht wahrnehmen, aber diese Folien sind nicht immer absolut farbecht. Viele Halter nutzen daher zusätzlich eine lichtundurchlässige Abdeckung.