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Nico's Ameisen

Haltungsberichte und Informationen

Winterruhe

Viele Ameisenarten, darunter alle heimischen Arten, benötigen eine Winterruhe.

Da Ameisen sich während dieser Zeit weiterhin bei Bewusstsein befinden und nicht durchgehend schlafen, spricht man bewusst von einer Winterruhe und nicht von einem Winterschlaf.

Je nach Herkunft und Anpassung an das natürliche Klima kann diese Ruhephase unterschiedlich ausgeprägt sein.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:

  • Normale Winterruhe (exogen oder endogen)
  • Abgeschächte Winterruhe (exogen oder endogen
  • Diapause (endogen)
  • Keine Winterruhe

Eine exogene Winterruhe wird hauptsächlich durch äußere Faktoren wie Temperatur, Lichtverhältnisse oder Nahrungsverfügbarkeit ausgelöst.

Eine endogene Winterruhe wird durch biologische Prozesse beziehungsweise die „innere Uhr“ der Ameisen beeinflusst.

Warum gibt es eine Winterruhe?

Die Winterruhe ist eine natürliche Anpassung an die Bedingungen der kalten Jahreszeit.

Im Winter stehen deutlich weniger Nahrungsquellen zur Verfügung und niedrige Temperaturen erschweren oder verhindern die Aktivität vieler Ameisenarten.

Um diese Zeit zu überstehen, reduzieren die Tiere ihren Stoffwechsel und passen verschiedene Körperfunktionen an die kalte Jahreszeit an. Je nach Herkunft und Lebensraum fällt diese Anpassung unterschiedlich stark aus.

Einige Arten, beispielsweise Messor-Arten, legen zusätzlich Vorräte an, um Phasen mit geringer Nahrungsverfügbarkeit besser zu überstehen.

Ist eine Winterruhe notwendig?

Arten, die in der Natur eine Winterruhe halten, benötigen diese auch in der Haltung.

Besonders die Königin profitiert von dieser Ruhephase. Während der warmen Monate produziert sie häufig große Mengen an Eiern. Dies erfordert erhebliche Energiereserven.

Die Winterruhe ermöglicht dem Organismus eine Erholungsphase und eine natürliche Unterbrechung der Eiablage. Wird die notwendige Winterruhe dauerhaft ausgelassen, kann dies langfristig Auswirkungen auf Koloniewachstum, Brutentwicklung, Vitalität der Kolonie und Lebenserwartung der Königin haben.

Normale Winterruhe

Diese Form der Winterruhe betrifft die meisten heimischen Ameisenarten.

Die Temperaturen liegen typischerweise zwischen 5 und 8 °C. Geeignete Orte können beispielsweise ein Kühlschrank (separat und kontrolliert), unbeheizter Keller, Garage, Balkon oder Terrasse (witterungsgeschützt) sein.

Wichtig ist dabei eine regelmäßige Kontrolle. Die häufigsten Probleme während der Winterruhe sind Austrocknung, zu hohe Feuchtigkeit und Ertrinken durch Kondenswasserbildung. Das Wasserreservoir sollte daher regelmäßig überprüft werden.

Die Winterruhe dauert je nach Art meist etwa 4 bis 6 Monate und liegt häufig zwischen Oktober und März. Gefüttert wird während dieser Zeit in der Regel nicht.

Langsame Umstellung

Vor Beginn und nach Ende der Winterruhe empfiehlt sich eine langsame Anpassung der Temperatur. Die Kolonie sollte nicht abrupt von 24 °C auf 5 °C oder umgekehrt wechseln.

Eine Übergangsphase von etwa ein bis zwei Wochen bei mittleren Temperaturen ist meist ausreichend.

Abgeschwächte Winterruhe

Einige Arten benötigen lediglich eine abgeschwächte Ruhephase.

Hier liegen die Temperaturen häufig im Bereich von etwa 12 bis 18 °C. Oft reicht bereits ein unbeheizter Raum aus.

Im Gegensatz zur klassischen Winterruhe wird meist weiterhin gefüttert. Eine Ausnahme bilden teilweise Arten mit ausgeprägter Vorratshaltung, beispielsweise Messor-Arten.

Diapause

Bei manchen Arten tritt eine sogenannte Diapause auf. Hierbei handelt es sich um eine biologisch gesteuerte Entwicklungs- oder Ruhephase.

Oft müssen die Haltungsbedingungen nur leicht angepasst werden. Je nach Art kann es sinnvoll sein, Heizungen zeitweise herunterzuregeln oder auszuschalten.

Die genauen Anforderungen unterscheiden sich jedoch deutlich zwischen den Arten.

Versand in der Winterruhe

Immer wieder stellt sich die Frage, ob Ameisen während der Winterruhe verschickt werden sollten.

Ein häufiger Gedanke ist, dass die Tiere dadurch geweckt oder unnötig belastet werden. Da Ameisen sich jedoch nicht in einem Winterschlaf befinden, sondern in einer Winterruhe, ist eine kurzzeitige Störung nicht automatisch problematisch.

Dennoch sollten Transporte immer sorgfältig geplant werden. Besonders kritisch sind Frost, starke Temperaturschwankungen und lange Versandzeiten.

Grundsätzlich gilt: Ein unnötiger Versand sollte vermieden werden. Jedoch ist ein gut vorbereiteter Versand weniger problematisch, als häufig angenommen. Besonders Arten mit Ameisensäure verwenden diese bei Kälte seltener.

Wecken: Diese Annahme beruht auf dem Gedanken eines Winterschlafs. Da Ameisen aber nicht wirklich schlafen, setzen sie ihre Winterruhe nach einer Störung fort.

Stress: Da Ameisen kein Adrenalin haben, wie es bei Wirbeltieren der Fall ist, reagieren sie anders. Sie haben keinen starken körperlichen Stress, da kein Adrenalin den Organismus aufpuscht. Da der Organismus während der Winterruhe eh heruntergefahren ist, bekommen sie sogar weniger mit, als es in den warmen Monaten der Fall ist.