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Nico's Ameisen

Haltungsberichte und Informationen

Nahrung

Was fressen Ameisen eigentlich? Die meisten Ameisenarten benötigen im Wesentlichen drei Dinge:

  • Kohlenhydrate (Zucker)
  • Proteine (Eiweiß)
  • Wasser

Je nach Lebensweise und Spezialisierung gibt es jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Arten. Samenfresser oder Blattschneider stellen beispielsweise besondere Anforderungen, auf die ich weiter unten eingehe.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate dienen hauptsächlich als Energiequelle für die erwachsenen Ameisen (Imagines). In der Natur beziehen Ameisen Zucker vor allem über:

  • Nektar
  • Pflanzensäfte
  • Honigtau von Blattläusen
  • Früchte

Für die Ameisenhaltung sind besonders folgende Zuckerformen interessant:

  • Glucose (Traubenzucker)
  • Fructose (Fruchtzucker)
  • Saccharose (Haushaltszucker)

Grundsätzlich können Ameisen alle drei Zuckerarten verwerten. Saccharose besteht aus Glucose und Fructose und muss zunächst aufgespalten werden. Dies erhöht den Verdauungsaufwand, was in einer etwas kürzeren Lebenzeit resultieren soll.

Proteine

Während erwachsene Ameisen hauptsächlich Energie benötigen, braucht vor allem die Brut große Mengen an Eiweiß. Ebenfalls die Königin um Eier zu produzieren.

Die meisten Ameisenarten decken ihren Proteinbedarf in der Natur überwiegend über andere Insekten. Aber auch andere Tierarten werden erbeutet oder als Aas verwertet.

Frische Futtertiere werden deutlich besser angenommen als getrocknete. Da Ameisen überwiegend flüssige Nahrung aufnehmen, können stark ausgetrocknete Futtertiere problematisch sein.

Wasser

Wasser sollte Ameisen grundsätzlich immer zur Verfügung stehen. Selbst Arten aus trockenen Regionen benötigen regelmäßigen Zugang zu Feuchtigkeit.

Zusätzlich wird Wasser für die Brutpflege und das Nestklima benötigt.

Gerade kleine Kolonien reagieren häufig empfindlich auf Wassermangel.

Blattschneider

Blattschneiderameisen, wie beispielsweise Atta und Acromyrmex, stellen eine Besonderheit dar.

Sie fressen die geschnittenen Pflanzen nicht direkt. Stattdessen zerkauen die Arbeiterinnen das Pflanzenmaterial und nutzen es als Nährboden für einen speziellen Pilz.

Dieser Pilz bildet nährstoffreiche Strukturen, welche als Hauptnahrung für Brut und Königin dienen. Die Arbeiterinnen selbst decken ihren Energiebedarf zusätzlich über Pflanzensäfte.

Wasser oder zusätzliche Proteinquellen müssen normalerweise nicht angeboten werden.

Granivore

Granivore Ameisenarten, wie beispielsweise Messor und Pogonomyrmex, nutzen überwiegend Samen als Nahrungsgrundlage.

Die Samen werden zerkaut und zu einer nährstoffreichen Masse verarbeitet, dem sogenannten Ameisenbrot. Dieses dient vor allem der Energieversorgung.

Trotz ihrer Spezialisierung benötigen granivore Arten zusätzlich tierische Proteine für eine optimale Brutentwicklung.

Trophallaxis - Nahrungsaustausch innerhalb der Kolonie

Ameisen ernähren sich nicht nur selbst, sondern versorgen auch aktiv andere Koloniemitglieder. Dieser Austausch von Nahrung wird Trophallaxis genannt.

Ameisen besitzen zusätzlich zum eigentlichen Verdauungssystem einen Sozialmagen, auch Kropf genannt. Dieser funktioniert vereinfacht wie ein kleiner Vorratsspeicher. Nimmt eine Arbeiterin flüssige Nahrung auf, landet diese zunächst häufig im Sozialmagen und nicht direkt in der Verdauung.

Zurück im Nest kann die Ameise den Inhalt gezielt weitergeben. Dabei würgt eine Ameise bereits aufgenommene Nahrung wieder hervor und gibt sie direkt an andere Arbeiterinnen, die Königin oder die Brut weiter.

Durch diesen Mechanismus muss nicht jede Ameise selbst auf Nahrungssuche gehen. Stattdessen funktioniert die Kolonie wie ein gemeinsames Netzwerk, in dem Nahrung schnell verteilt werden kann.

Neben Nahrung werden über die Trophallaxis auch Duftstoffe und chemische Informationen weitergegeben. Dadurch trägt sie nicht nur zur Ernährung, sondern auch zur Organisation und Kommunikation innerhalb der Kolonie bei.