Datenschutzhinweis: Diese Website nutzt Cookies und personenbezogene Daten.

Spendenaufruf: Das erstellen, erweitern, pflegen und hosten einer Website kostet einiges an Zeit und Geld. Bitte hilf mit, dieses Projekt am Leben zu halten.

Nico's Ameisen

Haltungsberichte und Informationen

Ameisen füttern

Die richtige Fütterung ist einer der wichtigsten Punkte in der Ameisenhaltung.

Was Ameisen grundsätzlich an Nährstoffe benötigen findest du hier:

↪ Nahrung

Wasser

Wasser sollte immer verfügbar sein.

Auch Arten aus trockenen Regionen benötigen Zugang zu Wasser oder Feuchtigkeit. Besonders kleine Kolonien können empfindlich auf Wassermangel reagieren.

Wichtig ist, dass die Ameisen nicht ertrinken können. Offene Wasserflächen sollten daher vermieden oder mit Watte, Steinchen oder einem Docht abgesichert werden.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate dienen vor allem als Energiequelle für die erwachsenen Ameisen.

In der Natur nehmen Ameisen Zucker unter anderem über Nektar, Pflanzensäfte, Honigtau oder süße Früchte auf. In der Haltung kann man verschiedene Zuckerquellen anbieten.

Bei kleinen Kolonien oder kleinen Arten sollte man dies geschützt anbieten, sodass die Ameisen nicht drin kleben bleiben.

Manches wie Honig oder Invertzucker kann man verdünnen. Vorteil: Die Arbeiteinnen nehmen es schneller auf und müssen mehrfach Futter holen um die gleiche Menge Energie zu besorgen. Dadurch hat man mehr Bewegung in der Arena und sieht mehr von seinen Ameisen. Nachteil: Honig und Invertzucker sind von Natur aus durch den hohen Zuckergehalt lange haltbar. Werden sie verdünnt, können sie schlecht werden und anfangen zu gären.

Verfüttern kann man unter anderem:
  • Agavendicksaft
  • Apifonda
  • Honig
  • Invertzucker
  • Jellys
  • Zuckerwasser

Proteine

Proteine werden vor allem für die Brut benötigt.

Larven brauchen Eiweiß, um sich zu entwickeln und später als Arbeiterinnen, Königinnen oder Männchen schlüpfen zu können. Je mehr Larven vorhanden sind, desto höher ist meist auch der Proteinbedarf.

Geeignete Proteinquellen sind vor allem Futterinsekten. Aber auch anderes Fleisch, Fisch oder sogar Käse werden zusätzlich angenommen. Frische oder frisch getötete Futtertiere werden besser angenommen als stark getrocknete Tiere.

Verfüttern kann man unter anderem:
  • Fliege
  • Grille
  • Heuschrecke
  • Heimchen
  • Made
  • Mehlwurm
  • Mehlwurmpuppe
  • Motte
  • Mücke
  • Schabe
  • Spinne
  • Zophoba

Futtertiere sicher anbieten

Ein abwechslungsreiches Futterangebot kann sinnvoll sein.

Wer Futtertiere selbst sammelt, sollte jedoch vorsichtig sein. Wilde Futterinsekten können Parasiten haben, welche auf die Ameisen übergehen könnten. Außerdem muss man beachten keine geschützen Tiere zu erwischen.

Viele Halter nutzen deshalb eigene Futtertierzuchten oder Futtertiere aus vertrauenswürdigen Quellen. Um das Risiko durch Milben oder andere unerwünschte Begleiter zu reduzieren, können Futtertiere vor dem Verfüttern kurz überbrüht (nicht gekocht) oder eingefroren werden.

Die richtige Menge

Die richtige Futtermenge hängt stark von der Koloniegröße ab.

Eine kleine Kolonie mit wenigen Arbeiterinnen benötigt oft nur winzige Mengen. Teilweise so wenig, dass man kaum merkt, dass etwas angenommen wurde. Eine große Kolonie kann dagegen erstaunlich viel Futter verwerten.

Als einfache Orientierung gilt: Lieber kleine Mengen anbieten und beobachten, wie schnell sie angenommen werden. Nicht angenommene Futterreste sollten zeitnah entfernt werden. Besonders Proteinfutter kann schnell gammeln oder schimmeln.

Kohlenhydrate werden meist regelmäßiger angenommen als Proteine. Wenn eine Kolonie zeitweise kaum Eiweiß annimmt, muss das nicht sofort ein Problem sein. Oft ist einfach wenig oder keine Larvenbrut vorhanden.

Blattschneiderameisen

Blattschneiderameisen wie z.B. Atta und Acromyrmex sind ein Sonderfall.

Sie fressen die angebotenen Blätter nicht direkt. Stattdessen zerkauen sie das Pflanzenmaterial und nutzen es als Nährboden für ihren Pilz. Dieser Pilz ist die eigentliche Nahrungsgrundlage für Proteine.

Die Arbeiterinnen nehmen zusätzlich die kohlenhydrathaltigen Pflanzensäfte auf, die beim Schneiden und Zerkauen austreten. Zusätzliche Zuckerquellen sind bei gut laufenden Blattschneiderkolonien normalerweise nicht nötig. Tierische Proteinquellen werden nicht benötigt.

Nicht jede Kolonie nimmt jede Pflanze gleich gut an. Gerade bei kleinen Kolonien lohnt es sich, verschiedene Pflanzen anzubieten und zu beobachten, was bevorzugt geschnitten wird.

Wichtig ist außerdem, nur unbelastetes Pflanzenmaterial zu verwenden. Pflanzen von Straßenrändern, frisch gespritzten Flächen oder unbekannter Herkunft sollte man vermeiden.

Verfüttern kann man unter anderem:
  • Apfel
  • Aronstab
  • Avocado
  • Bergahorn
  • Birke
  • Breitwegerich
  • Brombeer
  • Bux
  • Cornus
  • Efeu
  • Eibe
  • Eiche
  • Erdbeer
  • Erle
  • Esche
  • Feldahorn
  • Feldsalat
  • Feuerdorn
  • Flieder
  • Glückskastanie
  • Hainbuche
  • Haselnuss
  • Himbeer
  • Holunder
  • Knoblauchsrauke
  • Liguster
  • Linde
  • Maisblätter
  • Mango
  • Pimpernuss
  • Primel
  • Prunus (Kirsche)
  • Robinie
  • Rotklee
  • Säulenpappel
  • Spitzahorn
  • Stechpalme
  • Weide (glattblättrig)
  • Weißdorn
  • Zimmerhibiskus
  • Zwergholunder

Samenfresser

Samenfressende Ameisen, z.B. Messor oder Pogonomyrmex, ernähren sich zu einem großen Teil von Samen. Die Samen werden gesammelt, zerkleinert und zu sogenanntem Ameisenbrot verarbeitet.

Dadurch decken sie einen großen Teil ihres Energiebedarfs. Trotzdem benötigen viele granivore Arten zusätzlich tierische Proteine, besonders wenn viel Brut vorhanden ist.

Bei Samen sollte man darauf achten, dass sie trocken und sauber angeboten werden. Feuchte Samen können schnell keimen oder schimmeln. Gerade bei Messor-Arten ist ein trockener Lagerbereich wichtig, damit die Kolonie ihre Vorräte sicher einlagern kann.

Verfüttern kann man unter anderem:
  • Amaranth
  • Buchweizen
  • Chia
  • Couscous
  • Erdbeer
  • Gerste
  • Gras
  • Hafer
  • Himbeer
  • Hirse
  • Klette
  • Kresse
  • Lein
  • Löwenzahn
  • Mohn
  • Paprika
  • Pinie
  • Polenta
  • Psyllium
  • Reis
  • Rotbuche
  • Salat (verschiedene)
  • Weizen

Bonusinhalt: Zucker und Eiweiß gemischt

Ob man Zucker und Proteine gemischt verfüttern sollte, wird unter Haltern immer wieder diskutiert. Bevorzugen sollte man eine getrennte Fütterung.

Der Grund ist recht einfach: Kohlenhydrate und Proteine erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Erwachsene Arbeiterinnen benötigen vor allem Energie in Form von Zucker. Proteine werden dagegen hauptsächlich für die Brut benötigt. Werden Zucker und Eiweiß gemischt angeboten, nehmen Arbeiterinnen Proteine mit auf, obwohl daran kein Bedarf besteht.

Naturnah betrachtet kommen Zuckerquellen und Proteinquellen außerdem fast ausschließlich getrennt vor.

Hier ein interessanter wissenschaftlicher Artikel dazu:

↪ Viele Proteine verkürzen Ameisen-Leben - n-tv